Apotheker Völter in Bönnigheim

Beim recht gut besuchten Stammtisch des Zabergäuvereins im „Ochsen“ in Güglingen-Frauenzimmern ging es um den renommierten Apotheker Adam Völter aus Bönnigheim. Dr. Larissa Leibrock-Plehn, selbst Apothekerin, hat in ihrem kompetenten und spannenden Vortrag den Bönnigheimer Apotheker und Botaniker in den Apothekenalltag des Biedermeier eingebunden.

Geboren ist Adam Völter 1794 als ältestes von 20 Kindern in Metzingen. Als 14-Jähriger begann er eine 3-jährige Apothekenlehre, eine 6-jährige Gehilfenzeit schloss sich an. Seine Berufstätigkeit führte ihn mehrere Jahre in die Schweiz. Zurück in Württemberg ergänzte er das Schweizer Apothekerexamen durch das württembergische und heiratete 1819 die einzige Tochter des Bönnigheimer Apothekers Hebsacker. Bald übernahm er die Apotheke des Schwiegervaters, errichtete neben der Apotheke ein separates Laborgebäude (heute Museum „Arzeney-Küche“), benützte es, um nicht nur Medikamente zuzubereiten, sondern auch um intensiv Forschung zu betreiben. Er war ausgewiesener Kenner der Botanik, Chemie und Geologie. Der geschätzte Fachmann wurde bald eine bekannte Persönlichkeit, wurde zum Stadtrat gewählt, war Mitbegründer des Gesangvereins und zählte zu den Vorstehern der „Bönnigheimer Knabenerziehungsanstalt“.

Den frühen Tod seiner Frau 1843 und einer Tochter hat er nur schwer verkraftet, dies hat zum Verkauf der Apotheke geführt. Völter lebte dann als Privatgelehrter in Bönnigheim und starb dort 1873 in hohem Alter von 79 Jahren. (sz)

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