Monatlicher Stammtisch, 04. Mai 2011, Frauenzimmern, Gasthaus Ochsen

 

Karl-Heinz Häcker, Bruchsal

Kriegerdenkmale - Zeichen der Siege, Zeichen der Trauer

Bei seinem heimatkundlichen Stammtisch im Gasthaus „Ochsen“ in Güglingen-Frauenzimmern hatte der Zabergäuverein diesmal ein Thema gewählt, das die interessierten Zuhörer über die Kriege im vorletzten und letzten Jahrhundert nachdenklich werden ließ. Karl-Heinz Häcker aus Bruchsal berichtete über „Kriegerdenkmale – Zeichen der Siege, Zeichen der Trauer“ im Kraichgau und im Zabergäu.

Nach dem Sieg über Frankreich 1871 stand die Heldenverehrung im Vordergrund. Obelisken, die es verstärkt im badischen Landesteil gibt, verweisen in ihren Inschriften auf die tapferen Soldaten, die in patriotischer Pflichterfüllung den Tod gefunden haben. Gott war mit uns, er hat den Sieg gegen Frankreich herbeigeführt, ist wiederholt zu lesen.

Nach dem 1.Weltkrieg rückt die Trauer und Ohnmacht in den Vordergrund. Motive von sterbenden Soldaten und trauernden Müttern werden in Stein gehauen. Doch mit dem Beginn des 3. Reiches verändert sich das Bild. Der Glaube an die Kraft des deutschen Volkes, die Losung durch Kampf zum Sieg, die deutsche Wacht in alle 4 Himmelsrichtungen sind Motive, die in der erneut aufkommenden Heldenverehrung und bei Gedenkfeiern vor den Kriegerdenkmalen zum Ausdruck kommen.

Nach 1945 werden häufig Tafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkriegs an die des 1.Weltkriegs angeschlossen. Wo neue Denkmäler und Inschriften hinzukommen, steht oft das Kreuz als Zeichen für Tod und Auferstehung im Mittelpunkt. Trost und Hoffnung wird in der Religion gesucht, was in der Pieta nachempfundenen Plastiken dargestellt wird. Inschriften wie: „Den Toten zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung“ drücken den Zeitgeist und die Hoffnung auf Frieden aus, der als hohes Gut angesehen wird.  (sz)

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