Monatlicher Stammtisch, März 2011, Frauenzimmern, Gasthaus Ochsen

Dr. Siegfried Kraft

Grundwasserströme im Zabergäu

Beim Stammtisch des Zabergäuvereins im „Ochsen“ in Güglingen- Frauenzimmern referierte Diplom- Geologe Dr. Siegfried Kraft über „Grundwasserströme im Zabergäu“. Doch bereits eingangs stellte der Geologe heraus, dass man sich keine großen unterirdischen Flüsse und Ströme vorstellen sollte. Das Gestein gleicht eher einem Schwamm, der je nach Dichte der Risse und Spalten mehr oder weniger Wasser aufnehmen kann. Nach den Gesetzen der Schwerkraft sinkt das Wasser ab. Kommt eine Gesteinschicht, die Wasser kaum durchlässt, so sammelt es sich über dieser Schicht.

Im Stromberg bildet in der Regel der wasserdurchlässige Schilf- oder Stubensandstein die obere Schicht, durch die das Wasser relativ rasch durchsickert. Es staut sich über dem darunter liegenden Gipskeuper. Wird der Druck zu groß, dann dringt das Wasser dort, wo es eine Spalte, eine Verwerfung findet, nach außen und kommt als Quelle zum Vorschein. Durch das Anbohren einer Wasserader schafft man Brunnen. Das Zabertal wird vom Grundwasser des Strom- und Heuchelbergs gespeist. Hausen und Meimsheim haben durch ihre geografische Lage deshalb besonders viel Wasser.

Bei der anschließenden Diskussion wurde Dr. Kraft nach der Qualität des Wassers gefragt. Durch den vielschichtigen Aufbau der Bergzüge liefern die Brunnen Wasser mit recht unterschiedlicher Zusammensetzung. Doch ist leider bei manchen Brunnen der Nitratgehalt relativ groß. Zur Frage nach dem Auffinden von Wasseradern mit Wünschelruten antwortete der Geologe: „Wissenschaftlich kann ich es Ihnen nicht erklären.“ (sz)

<< zurück