Wir über uns

Die Vorstandschaft von links:
Manfred Göpfirich-Gerweck (Leiter der Schriftenreihe), Uli Peter (1. Vorsitzender), Heidrun Lichner (2. Vorsitzende), Horst Seizinger (Schriftführer), Otto Papp (Kassier)

Der Zabergäuverein e. V. - Sitz Güglingen - wendet sich mit den nachstehenden Zeilen werbend an Sie.

Unser Verein, der mit seinen Vorgängervereinigungen auf eine mehr als zweihundertjährige Tradition zurückblicken darf, ist ein Zusammenschluss von Personen mit gemeinsamem Interesse für die Geschichte, die natürlichen Grundlagen und die Landschaft des Zabergäus mit den angrenzenden Gebieten, unabhängig von den Grenzen der staatlichen Verwaltung. Er hat rund 370 Mitglieder aus alteingesessener und neu zugezogener Bevölkerung.

Der Verein bietet seinen Mitgliedern bei einem Beitrag von derzeit 30 Euro pro Jahr:

  • jährlich 4 Hefte einer Zeitschrift, die in ihrer Reihe seit 1900 bis heute eine wertvolle Fundgrube für Kenntnisse über das Zabergäu bildet.

  • eine Bücherei in Güglingen, in der das für das Vereinsgebiet wichtige Schrifttum gesammelt wird

  • monatliche Veranstaltungen („Stammtisch“) am ersten Mittwoch im Monat zu Themen des Zabergäus. In der Regel findet der Stammtisch ab 19.30 Uhr in der Gaststätte „Ochsen“ in Frauenzimmern statt.

  • im Oktober die Jahreshauptversammlung mit Vortrag und einer Vormittags-Besichtigung.

  • Eine halbtägige Frühjahrsveranstaltungen an einem Samstagnachmittag im Mai

  • Sonderveranstaltungen und Exkursionen zu aktuellen Anlässen

Wenn auch Sie Mitglied im Zabergäuverein werden wollen , finden Sie hier die Beitrittserklärung.       

Nähere Informationen geben Ihnen gerne die Mitglieder des Vorstands.

Aus der Geschichte des Zabergäuvereins

W. H. Wöhr: Güglingen, Helferhaus (Holzschnitt ca. 1930)

Der Zabergäuverein blickt mit seinen Vorgängervereinen auf eine über zweihundertjährige Tradition zurück. Er ist ein Zusammenschluss von Personen mit gemeinsamem Interesse für die Geschichte, die natürlichen Grundlagen und die Landschaft des Zabergäus mit den angrenzenden Gebieten, unabhängig von den Grenzen der staatlichen Verwaltung.

Im März des Jahres 1788 trat im Erligheimer „Grünen Baum“ eine „öffentliche Gesellschaft“ zusammen, die sich nach der Zusammensetzung ihrer Mitglieder „Zabergäugesellschaft“ nannte. Neben dem gesellschaftlichen Zweck war die Ver­einigung bestimmt „zur Pflege des Zusammengehö­rigkeitsgefühls der alt- und neuwürttembergischen Anwohner des Strombergs“. Wenige Monate später erschien die erste landeskundliche Veröffentlichung über das Zabergäu mit Strom- und Heuchelberg in der „Schwäbischen Chronik“.

Die Entstehung der Gesellschaft war unter anderem der besonderen gastronomischen Tüchtigkeit des Wirts Johann Georg Scheunen zu verdanken. Für die geistigen Zutaten sehen wir Jakob Christian Elben verantwortlich, damals evangelischer Diako­n und Präzeptor in Güglingen. Von ihm dürften die ersten Veröffentlichungen über die Zabergäugesell­schaft und das Zabergäu in der von seinem Bruder geleiteten „Schwäbischen Chronik“ stammen.

Auf diese ihrem Charakter nach mehr gesellige Ver­einigung folgte im Zabergäu während des letzten Jahrhunderts eine Reihe von Vereinen mit jeweils abgewandelten Zielen:

  • 1841 der „Altertumsverein im Zabergäu“, vorwie­gend geschichtlich orientiert, angeregt durch Arbeiten des württembergischen Archäologen Karl Eduard Paulus, gegründet vom Güglinger evangeli­schen Stadtpfarrer Dr. phil. Karl Klunzinger,
  • 1868 der „Wissenschaftliche Verein“, naturkundlich orientiert, gegründet durch Johann Friedrich Karrer, Forstbeamter im damaligen Revieramt Cleebronn,
  • 1879 der „Tubusverein“, auf Erkundung der Land­schaft gerichtet, gegründet von Wilhelm Auberer, katholischer Geistlicher der Kirche auf dem Michelsberg.

Mit dem Ziel, die Traditionen der vier Vorgängerver­eine weiterzuführen, wurde 1899 unter Vorsitz des Cleebronner Pfarrers Braun der „Zabergäuverein“ gegründet. In ihm sind bis heute die heimatkundli­chen Interessen der alteingesessenen und neuzuge­zogenen Bevölkerung zusammengefasst. Der Verein ist Mittler und Plattform

  • durch seine Zeitschrift, die in ihrer Reihe von 1900 bis heute eine wertvolle Fundgrube für Kenntnisse über das Zabergäu bildet: Sie dokumentiert vertie­fende Arbeiten, die in ihrer Summe einzigartig für einen Raum des Landes sind; sie ist auch ein Zeu­gnis für den Geist der Zeit, in welcher die Arbeiten entstanden;
  • durch seine Bücherei in Güglingen, in der die für das Vereinsgebiet wichtigen Arbeiten gesammelt werden;
  • durch regelmäßige Veranstaltungen, bei welchen Themen behandelt werden, die im Verein auf Interesse stoßen. Die stets beachtliche, aber doch überschaubare Teilnehmerzahl ist ein Zeichen dafür, wie bedeutsam diese Zusammenkünfte sind.
W. H. Wöhr: Brackenheim, Blick zur Stadtkirche (Holzschnitt ca. 1930)

Zahlreiche Persönlichkeiten haben durch Einzellei­stungen und im Zusammenwirken den Zabergäuver­ein bis heute geprägt. Wir gedenken der Verstorbe­nen ehrend. Stellvertretend seien hier genannt:

  • August Holder, Lehrer in Erligheim, Mitbegründer und Schriftleiter des Vereins von 1899 bis zum ersten Erlöschen der Vereinstätigkeit im Kriegsjahr 1917;
  • Otto Hornung, Landrat in Brackenheim: Er zählte zu den Mitbegründern des Vereins im Jahre 1925, war Vorsitzender von 1925 bis zu seinem Tode im Jahr 1933;
  • Karl Schlenker, Pfarrer in Leonbronn, heimatkund­lich und vor allem botanisch sehr interessiert; bester Kenner des Zabergäus in seiner Zeit, Schriftleiter von 1925 bis zu seinem Tod 1935;
  • Konrad Koppenhöfer, Rektor in Bönnigheim, lang­jähriger Schriftführer, Ehrenmitglied; er trug wesent­lich zur Gründung des Vereins im Jahre 1899 wie zur Wiedergründung in den Jahren 1925 und 1952 bei;
  • Oskar Volk, Bürgermeister der Stadt Güglingen, Rechner des Vereins von 1952 bis 1977, Ehrenmit­glied; er schuf die organisatorischen Voraussetzun­gen für die Wiedergründung des Vereins im Jahr 1952;
  • Dr. h.c. Otto Linck, Güglinger Forstmeister, Vorsit­zender von 1952 bis zu seinem Tode im Jahr 1985; er führte den Verein zu neuer Blüte.

Dankbar begrüßt es der Verein, dass er durch eine große Reihe von Mitgliedern im Vorstand und Ausschuss über mehrere Jahrzehnte hinweg tatkräftig unterstützt wurde; namentlich seien erwähnt die Herren Dr. Aßfahl, Bolay, Dürholt, Feucht, Krauß und Dr. Lang.

Der Zabergäuverein umfasst zur Zeit (ca. 1985) etwa 400 Mit­glieder und zählt damit zu den großen Vereinen die­ser Art im Land. Erfreulich ist ein stetes Interesse an neuen Mitgliedschaften.

Die Vereinigungen von der Zabergäugesellschaft bis zum Zabergäuverein haben über 200 Jahre hin­weg zum Selbstverständnis der Bevölkerung im Zabergäu mit Strom- und Heuchelberg beigetragen. Dies fortzusetzen ist uns auch Verpflichtung für die Zukunft.

(Nach einem Bericht von Dr. Tilman von der Kall und Horst Seizinger)