Monatlicher Stammtisch, 04. August 2010, Rodbachhof bei Pfaffenhofen

Imkerei im Zabergäu

Zu seinem monatlichen Stammtisch hatte der Zabergäuverein diesmal in den Rodbachhof, einen Ortsteil von Pfaffenhofen, eingeladen. Unter dem Thema „Der Imker lüftet den Schleier“ bot Imkermeister Peter Steinhausen den mehr als 30 interessierten Zuhörern eine spannende Lektion über die Imkerei.

Aus Höhlenmalereien weiß man, dass schon in der Steinzeit die Menschen den Honig der Wildbienen aus den Waben geholt haben. In den ägyptischen und griechischen Hochkulturen wurden die Bienenvölker dann ins menschliche Umfeld geholt. Bis heute bekannt sind die Bienenkörbe, in denen über Jahrhunderte Bienenvölker gehalten wurden. Einen Einschnitt gab es um 1850, als der Imker lernte, die Waben der Bienen nachzubauen und sie in beweglichen Rähmchen in den Stock einzuhängen.

Das Baumaterial Wachs schwitzen die Bienen während ihrer Zeit als Baubienen selbst aus. Die Arbeitsbienen sammeln Nektar und Blütenpollen, die Ammenbienen versorgen die Brut. Erstaunlich ist diese klar geregelte Arbeitsteilung, wobei eine Biene im Laufe ihres Lebens verschiedene Stufen durchläuft. Von der Nahrung der Bienen, dem Honig, schleudert der Imker aus den Waben nur soviel Honig heraus, wie gewissermaßen überschüssig ist. Im Winter füttert er das Bienenvolk mit Zuckerwasser. Der Honig enthält neben Frucht- und Traubenzucker eine Mixtur vieler wertvoller Inhaltsstoffe.

Mit Propolis kleiden die Bienen ihre „Wohnung“ aus. Der Stoff soll verhindern, dass sich Krankheiten einnisten. Auch der Mensch hat längst die heilende Wirkung von Propolis erkannt. Große Sorge macht dem Imker nach wie vor die Varroamilbe. Die in den 70-er Jahren aus Asien eingeschleppte Milbe setzt sich in der Brut fest. Ohne gezielte Behandlung mit Ameisensäure kann der Imker die Völker kaum über den Winter bringen.

Das Netzwerk „Blühend& Landschaft“ stellt heraus, wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. unersetzlich sind. Anderseits geht die Zahl der Imker zurück. Gab es im Zabergäu 1952 noch 140 Imker, die 1400 Bienenvölker betreuten, so sind es 2010 noch 48 mit 244 Völkern. Zudem liegt das Durchschnittsalter der Imker im Zabergäu bei 60 Jahren. (sz)

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